Donnerstag, 19. Juli 2007

44. Wandertag

Samstag 7.7.

Figeac verließ ich nach gutem Frühstück gegen halb acht.

Landschaftlich ging's heute ordentlich auf und ab, teilweise wieder bis über 800m. Es handelte sich bei dieser Region um Vorboten des Französischen Zentralmassivs, auf das ich mich schon besonders freute.
Optischerweise gab's ähnlich der südlichen Gascogne viele viele Felder und Bauernhöfe. Leider stieg der Asphaltanteil des Weges auch gleich wieder auf ca 80% an.

Wettertechnisch gab's einen interessanten Mix. In der Nachmittagssonne waren's sicher wieder lockere 30 Grad, aber die Luft war kalt und in den Wälder war es so frisch, dass ich einen flotten Schritt auflegen musste um nicht einzukühlen :-)

Gegen 8 wurde das Plateau über Conques erreicht. Hier fand ich einen super Zeltplatz incl. Sonnenuntergang.

TK 49 / GK 1524

Freitag, 6. Juli 2007

FIGEAC

Freitag 6.7.



Pausentag in Figeac



Nach 10 km Morgenspaziergang erreichte ich über Umwege (da in eine GR Kreuzung verwickelt) gegen 10 Uhr Figeac.

Diese sehr süße Kleinstadt mit 10.500 Einwohnern liegt am Fluss Chele. Sie ist reich an gut sanierten gotischen Bürgerhäusern und Stadtpalästen. Also kurz gesagt, alles sehr schnike hier und von daher weder over- noch under-dressed und damit die Schönste der 3 letzten Städte.


Was ich übrigens zu den Übernachtungen noch nicht erwähnte ist, dass es hier laut Touristen Information auch hier nichts im Mittelfeld gibt! Komisch, denn das bedeutet entweder Hotel so ab 60,- oder aber für mich dann Gite am Kloster so ca 15,- Was natürlich cooler ist.

Das ist also hier in France etwas merkwürdig, denn ich hätte auch nix gegen eine Pension, Hostel, oder wie sonst man auch diese Zimmer nennt, gehabt.

So dann bin ich nun mal auf's Abendbrot gespannt. Wird sicher lecker :-))

43. Wandertag

Donnerstag 5.7.



Trueffel / DOLMEN

Wettertechnisch war's mit 25 Grad wieder wärmer geworden und aus der Hefe kam ich auch erst kurz vor 10.

Landschaftlich blieb alles wie gehabt. Viele, viele Kilometer war ich wieder mal auf original römisch geschichtsträchtigen Straßen unterwegs, die schon so manche Ochsenkarren, auch mit Sicherheit so manche Legionen und im Mittelalter auch ganz klar der ein oder andere Ritter oder König passiert haben mussten:-)

Es ging weiterhin durch wirtschaftlich kaum genutzte Brachflächen. Wohl bemerkt, kaum!

Denn im Winter sind hier "Trüffeljäger" mit ihren langjährig gut trainierten "Suchschweinen" unterwegs.

Denn wie bekannt sind gefundene und getrocknete Trüffel guter Qualität mehr als Gold wert.

Am späten Nachmittag passierte ich den DOLMEN von Grealou (Bild). Über diese Geräte ist in Wirklichkeit nicht viel Bekannt. Man weiß auf Grund von C14-Messungen, dass sie aus der vorkeltischen Megalitkultur sind, also mind. 3.000 Jahre alt, in ein Zeitalter mit Stonehenge den Osterinseln, den frühn Ägyptern, Inkas... fallen. Also alles schwammig. Es könnte sich um ein Grab, ein Altar, ein Kalender ..... gehandelt haben.

Ist ja auch Wurscht, denn krass ist so ein Ding schon irgendwie wenn's da einfach mal so rum steht oder liegt :-)

TK 40 / GK 1465

42. Wandertag

Mittwoch 4.7.



CAUSEE DE LIMOGNE / CAZELLES

Gestern Abend habe ich noch eine große Runde durch die Stadt gedreht und musste dabei feststellen, dass ein riesiger Altstadtkern vorhanden ist. Mit vielen, vielen super kleinen Gässchen und Durchgängen. Dieser ist jedoch kaum bis gar nicht saniert. Zum Teil manche unbeleuchtet sogar ausladend oder gruselig wirkend. Fazit: diese Stadt ist völlig "underdressed", saniert und beleuchtet würde sie Moissac locker den Schneid abkaufen.

Nach einem ausführlichen Frühstück mit Australiern verließ ich nach dem Einkauf erst gegen 10 die Stadt. Diese Australier waren übrigens der Meinung, dass alle Deutschen reich sind. Da sie eine Pension haben und 60 ihrer Gäste eben aus Deutschland kommen und immer gut Trinkgeld geben ;-). Daher waren sie auch etwas erstaunt, dass ich noch nicht in Australien war !!!

Heute hatte ich meine "Wanderhausaufgaben" besser gemacht. Denn auf den nächsten ca 35 km würde ich kein Dorf durchqueren geschweigedenn einen Laden finden.

Und so war es auch. Herrlich und traumhaft nochmals Natur pur!! Ja, keine absolute Einöde, da hier und da in der Ferne ein Weiler oder Dorf gesichtet wurde, aber dennoch das bisher schönste Wanderstück und damit der schönste Wandertag in Frankreich.

Übrigens heißt diese Gegend hier CAUSEE DE LIMOGNE und ist einen extra Wanderurlaub wert!

Weiterhin ging es auf historischen Straßen entlang unzähliger längst verlassener und teilweise schon seit Jahrhunderten verfallener Weiler. Welche sich teilweise nur noch an Hand der Mauern oder großen halbüberwucherten Kalksteinhaufen erkennen ließen.

Erhalten sind meist nur noch die runden stabilen komplett aus Stein bestehenden CAZELLES - Schäferhütten(Bilder). Euch ist sicher schon aufgefallen, dass sie fast immer im Wald stehen?

Im Mittelalter und zu Römerzeiten waren hier riesige Weideflächen vorhanden.


TK 39 / GK 1425

Dienstag, 3. Juli 2007

41. Wandertag

Dienstag 3.7.

CAHORS

Da vom Sonnenaufgang geweckt, ging's wieder um kurz nach 7 los. Blöd war, dass es gestern Vormittag nur einen kleinen Tante-Emma-Laden gab, ich aber damit gerechnet hatte abends zumindest noch mal so was oder 'ne Gaststätte zu sichten.
Was auch beides der Fall und beides geschlossen war. Weil Montag war und in Franzland viele den Sonntag offen haben und dann eben Montag Ruhetag ist...

Resultat, ich hatte für die nächsten 20 km noch einen Apfel und 3 Kekse. Was ja als Frühstück völlig ok war. Aber schon nach 2 Stunden war Knast angesagt!! Der Weg super, aber eben ausschließlich steinige Pfade, so dass ich auch nicht schnell vorwärts kam. Kirsch-, Apfel- oder Mirabellenbäume waren leider auch nicht zu sichten :-(

So gegen Mittag pünktlich kurz vor Regenbeginn erreichte ich dann endlich CAHORS. Die mit knapp 20.000 Einwohnern größte Stadt auf meiner Wanderung in Frankreich.
Schon beim Abstieg sah ich von Weitem die Valentre-Brücke über den Lot (welcher die Stadt Hufeisenförmig umfließt) mit ihren 3 gewaltigen Wehrtürmen. Solche Wehrbrücken, von denen es hier einst 3 gab, waren im Mittelalter so gut wie uneinnehmbar. Die Blütezeit erlebte Cahors zwischen dem 11. -13. Jh, als sie durch Ihre Bänker Europaweit bekannt war.

TK 19 / GK 1386

40. Wandertag

Montag 2.7.


QUERCY BLANC


Nachdem mein belgischer Zimmernachbar mir Rumrascheln und Sachen packen begonnen hatte, war ich gleich wach.

Aber so ein Mist, es war erst um 6:10 und Frühstück gab's doch erst um 7. Dieses hatte ich in diesem Gite auch mit dazu genommen. War aber ein Fehler denn hier gab's für 5.5€ bloß einen Kaffee und trockenes Weißbrot mit Marmelade. Also ganz und gar nicht so französich wie ich's gewohnt war.

Na ja, aber dann war ich eben schon um 10 nach 7 fertig und startklar.

Das Wetter war heute erstmal seit Wochen glaube ich angenehm kühl, so max. 20 Grad und damit super Wanderwetter.

Schon nach wenigen Kilometern ließ ich die komplett bäuerlich bewirtschaftete Gegend hinter mir und es ging aufwärts auf die Kalksteintafelberge auf die QUERCI BLANC, von denen diese Region ihren Namen hat. Die wenigen Dörfchen, welche ich heute durchquerte (4), hätten allesamt in Mittelalterfilmen mitspielen können. Mal vom Asphalt und den Laternen abgesehen.

Auf den Tafelbergen ging es oft auf schmalen Passwegen fernab von Straßen oder Weilern. Also Natur pur!
Und natürlich kaum Asphalt. Dies nahm ich durchaus als Versöhnung für die relative landschaftliche Monotonie der Südgascogne :-)

Unterwegs war ich bis kurz nach 8, als dann ein sehr entspannten Zeltplatz auf einer Anhöhe gesichtet wurde, von der aus ich schon den Funkturm von Cahors sehen konnte, der 20 km erntfernt war.

Ganz nebenbei hatte ich heute meinen persönlichen Rekord um weiter 5 km erhöht und das, ohne sehr breit zu sein :-)

TK 50 / GK 1367

Sonntag, 1. Juli 2007

MOISSAC

Samstag 30.6 + Sonntag 1.7


MOISSAC / KLOSTER CARMEL


Start war kurz nach Sonnenaufgang und im Morgennebel ging ich einen sehr schönen Weg die letzten 12 km entlang eines Garonne-Nebenarmes bis MOISSAC.

In meinem Führer hatte ich bereits gelesen, dass sich das hiesige Gite de Etap in einem schönen alten Kloster nahe des Altstadtzentrums befindet.
So war es dann auch und so kam ich dann als Pilger doch noch ins Kloster:-)

Das Kloster CARMEL wurde 1858 fertig gestellt und bis1850 wurde hier fleißig gebetet. Danach wurde es Verwaltungsgebäude der Stadt und seit 2000 Herberge de International oder eben Gite de Etap.

Moissac liegt am Fluss Tarn (der einige km weiter in die Garonne mündet), hat 13.000 Einwohner und ein sehr südländisch/ mediterranes Flair.
Scheinbar leben hier viele Künstler und Superreiche, denn ich entdeckte viele Edelboutiken und Kunstgalerien.

Insgesamt kann man hier super abhängen in großen Parks, am Kanal oder der Tarn sowie in vielen kleinen Cafés in der Altstadt und natürlich im Kloster :-)